zirkus & musiktheater

PAKMAN

in Frankfurter Wochenblatt

Frankfurter Wochenblatt

27. März 2019 Ein wahnsinniger Rhythmus zwischen den Päckchen

Eine belgische Theatergruppe präsentiert „Pakman“ in einem LKW Fechenheim (sh) – Als Zuschauer der Aufführung von „Pakman“ muss man noch kurz tief durchatmen bevor es losgeht, denn während diesem rasanten Stück gibt es es keine Zeit mehr gibt, um zu Atem zu kommen.

Die belgische Theatergruppe „Post uit Hessdalen“ tritt im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Starke Stücke“ in verschiedenen Stadtteilen auf. Auch in Fechenheim beeindruckten die Künstler mit ihrer Jonglier- und Rhythmusvorstellung. Jongleur Stijn Grupping und Schlagzeuger Frederik Meulyzer nehmen die Spielfläche für „Pakman“ gleich mit: Das kurze, aber intensive Stück spielt in einem Lieferwagen. Die rund 25 Zuschauer sitzen auf stabilen Pappkartons, die über ein Förderband durch ein Loch in einer Plexiglasscheibe in den kleinen Saal transportiert werden. „Pakman“ hat noch eine kurze Pause, doch dann beginnt der Stress. Die Uhr tickt unerbittlich weiter und es müssen sehr viele Pakete ausgeliefert werden. Grupping veranschaulicht die zunehmende Hektik, indem er in einer wahnsinnigen Choreografie Gummibälle präzise gegen den Tisch, die Wände und die Decke prallen lässt, während Meulyzer dazu einen wilden, aber präzisen Trommeltanz aufführt. Die beiden gönnen sich nur kurze Pausen, dann klingelt der Wecker wieder und der Stress geht weiter.

Das Timing ist perfekt, die Show atemberaubend. „Unsere Idee ist es, den Wahnsinn der Lieferdienste zu veranschaulichen. Man bestellt nachts etwas und erwartet, dass das Päckchen schon früh am Morgen vor der Tür steht“, erklärt Grupping die Botschaft von „Pakman“. Er lernte bereits als Kind die Kunst des Jonglierens, und sein Performance-Partner Meulyzer spielt ebenfalls schon seit seiner Kindheit Schlagzeug. Das Duo hat zwei Jahre lang unter der künstlerischen Leitung von Ine Van Baelen an seinem Programm gearbeitet und ist seit Juli 2016 mit seinem speziellen Truck auf Tournee. „Die Show langweilt uns nicht, im Gegenteil, wir bauen immer wieder neue Elemente ein“, sagt Grupping.

Das Jonglieren und Trommeln in dem engen Lkw ist eine große Herausforderung, aber ein solches Fahrzeug als eigene Bühne hat natürlich auch Vorteile. „Wir können überall auftreten – auf Schulhöfen und in kleinen Dörfern, die keinen Saal haben“, sagt Meulyzer. „Pakman“ kommt übrigens ganz ohne Sprache aus und ist auch für erwachsene Zuschauer ein einzigartiges Erlebnis. Die Vorstellung ist heute in Hattersheim, am Donnerstag in Zeilsheim, am Freitag in Sindlingen und am Samstag im Nordwestzentrum zu sehen. Weitere Informationen unter www.starke-stuecke.net.

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