zirkus & musiktheater

15419ft

Mit 15 419ft entwickelt Post uit Hessdalen eine musikalische Installation, die aus einer Faszination für den Blick in die Ferne entsteht.

Wie bereits in Polarnacht geht 15 419ft von einer Denk- und Wahrnehmungsübung aus: davon, wie der physische Akt des „Sehens“ eine Wahrheit oder Wirklichkeit erzeugt, die durch ein anderes Sehen ins Wanken geraten kann. Nachdem die anhaltende Dunkelheit unsere als selbstverständlich und intuitiv betrachtete Wahrnehmungsfähigkeit erschüttert hatte, untersuchen wir in 15 419ft unser (Un-)Vermögen, in die Ferne zu blicken — eine physische Empfindung, die durch zunehmende Urbanisierung stark unter Druck geraten ist.

Unsere Augen sind in der Lage, ungeahnte Entfernungen zu sehen: Sie könnten die Flamme einer Kerze in 15 km Entfernung erkennen. Der weite Blick entspannt die Augen und erzeugt ein Gefühl der Ruhe. Seit der Industrialisierung und Informatisierung ist uns diese Weite weitgehend genommen worden, und unser Blick ist zunehmend zwischen Beton und Bildschirmen gefangen. Was, wenn ein Zusammenhang bestünde zwischen der Unfähigkeit, weit bis zum Horizont zu schauen, und der Unfähigkeit, visionär zu denken? Könnte es sein, dass wir sowohl physisch als auch geistig immer weniger imstande sind, „weit“ zu sehen? Wie der Philosoph Maurice Merleau-Ponty schrieb: „unsere Augen, Mitdenker der Welt“?

Mit einer „Distanzkomposition“ erweisen die Sopranistin Els Mondelaers und die Tubistin Berline Deman der Erfahrung des Fernblicks ihre Reverenz. Wie unser Sehsinn ist auch unser Gehör äußerst sensibel: Ohne Maskierung durch andere Geräusche könnte ein Klang über eine Distanz von 564 Kilometern hörbar sein. Mit einem analogen, selbstgebauten Instrumentarium erforschen wir, wie Musik die Tiefe einer Landschaft zeichnen kann.

15419ft ist eine musikalische Installation, realisiert gemeinsam mit Bram Rombouts und dem Atelier von C-TAKT, die das Publikum zu einer besonderen auditiven und visuellen Erfahrung im Freien einlädt. Kommt etwas näher oder entfernt es sich? Und soll man den Augen oder den Ohren glauben? Gemeinsam entdecken wir die Weite, die der Ort bietet, und wie sie unsere Wahrnehmung erschüttert — als handele es sich um eine eigene kopernikanische Revolution.

Während Dansand! 2017 platzierten wir die Konstruktion erstmals am Strand. Im Frühjahr 2019 feierte 15 419ft Premiere beim Oerol Festival.

konzept
Stijn Grupping, Ine Van Baelen, Berlinde Deman, Els Mondelaers &Thomas Smetryns
musik & performance
Berlinde Deman (Lot Vandekeybus) & Els Mondelaers (Björk Níelsdóttir)
regie
Ine Van Baelen
konstruktion
Bram Rombouts & Atelier Dommelhof
design
Amber Vandenhoeck
kostüm
Lotte Stek
bühnentechnik
Britt De Jonghe, Anton Leysen & Siemen Van Gaubergen
praktikumsproduktion
Willem Badenhorst
koproduktion
C-TAKT & LOD muziektheater
mit unterstützung
Der flämische Regierung und die Stadt Antwerpen
mit dank an
Oerol, KAAP, Muziektheater Transparant & Time Circus

„Das Besondere an 15419ft ist, dass es allein auf der Grundlage sehr gewöhnlicher und kleiner Handlungen zu faszinieren weiß. (…) Es ist ein so wunderbarer Moment, der zugleich den Mehrwert dieser Inszenierung – und darüber hinaus des Freilufttheaters – deutlich macht.“

„Fragend, tastend, ernst, humorvoll. Dies ist eine Performance, die Augen, Gehör und Geduld auf die Probe stellt. Wer sich hingibt, wird mit einer besonderen Erfahrung belohnt.“

„Dieses Bild ist stark (…) als würden wir das Ende der Welt zu uns heranziehen – um zu entdecken, dass es kein Ende gibt, dass die Sehnsucht nach einem kosmischen ‚Dort‘ eitel ist, denn ‚dort‘ ist immer auch ‚hier‘.“

„15419ft ist eine philosophische Denkübung über unsere persönlichen wie auch wissenschaftlichen Grenzen.“

„Mit seiner rotierenden Spule und einer sensiblen Erzählung verleiht Post uit Hessdalen der ewigen Suche nach dem Unbekannten eine poetische Dimension.“

„Panamarenko würdig.“
Informiert bleiben über unsere Vorstellungen

Abonnieren Sie den Newsletter